Adolf Hitler: Stephansdom in Wien 1910

Aquarell von Adolf Hitler (1889–1945) mit der Domkirche St. Stephan (Stephansdom) zu Wien von 1910. Auch wenn ihm spätere Historiker nur mäßiges Talent und sogar Faulheit unterstellten, malte Hitler zwischen 1905 und 1920 rund 2000 Bilder – viele davon auch künstlerisch anspruchsvoll. Ein enormes Schaffen, wenn man bedenkt, dass er von 1914 bis 1918 Soldat war. An der Front zeichnete er Skizzen von zerstörten Orten und Schlachtfeldern, wie viele andere Künstler im Kriegseinsatz auch. In der Vorkriegszeit schuf er hauptsächlich Bilder von bedeutenden Bauwerken, wie Schlösser und Burgen, von Landschaften, Stillleben und Porträts. Es gehört zu den immer wieder aufgeworfenen Hypothesen zum „Dritten Reich“ und zur Person Hitlers, ob es dieses Reich, den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust überhaupt gegeben hätte, wäre Hitler 1907 von der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie nicht abgelehnt worden. Sicher hätte das nichts an den Resultaten des Ersten Weltkriegs und dem „Versailler Vertrag“ geändert und den Antisemitismus hätte es trotzdem gegeben, nicht nur in Deutschland. Auch hätte es nichts an den Problemen geändert, die die Zerschlagung der deutschen und österreichisch-ungarischen Kaiserreiche und die Bildung von Vielvölkerstaaten mit sich gebracht hatten. Die „Weimarer Republik“ steckte in einer tiefen politischen Krise. Wahrscheinlich hätten andere nationalistische Parteien zur Macht gegriffen und das Resultat hätte nur unwesentlich anders ausgesehen. Nur weil Hitler ein Maler geworden wäre, hätte die Bündnispolitik der Alliierten nicht anders gegriffen und Stalin hätte in der Sowjetunion nicht auf seinen Machtanspruch nach Lenins Tod verzichtet. Oder aber es wäre zu einer linken Diktatur nach dem Vorbild der Bolschewiki in Deutschland gekommen. In beiden Fällen hätte wahrscheinlich aber Albert Speer nicht die Karriere gemacht, die ihm durch den Kunst- und Architektur-Verstand Hitlers ermöglicht worden war und einige Repräsentations- und Propagandabauten wären nie verwirklicht oder garnicht erst geplant worden.

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